Behandlungsdauer Zahnspange – wie lange muss man sie tragen?

Wer sich einer kieferorthopädischen Behandlung mit einer Zahnspange unterziehen will oder muss, stellt schnell die Frage: Wie lange wird die Behandlung dauern ? Dabei kann diese Frage immer nur in Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren beantwortet werden und im Zweifelsfall auch nur im individuellen Einzellfall. In diesem Beitrag wollen wir Ihnen darstellen, von welchen Faktoren die Behandlungsdauer Zahnspange in der Kieferorthopädie abhängig ist und durch welche Maßnahmen man als Patient auch selbst auf die Behandlungsdauer Einfluss nehmen kann.
Inhaltsverzeichnis

Welche Behandlungsphasen gibt es bei einer kieferorthopädischen Behandlung mit Zahnspangen ?

Generell wird in der Kieferorthopädie zwischen einer aktiven Behandlung mit einer Zahnspange unterscheiden, in der die Zähne mit der Spange in die gewünschte Position bewegt werden und einer anschließenden Retentionsphase, die eine Stabilisierung der korrigierten Zähne in der neuen Position meint.

Aktive Behandlungsphase

Grundsätzlich hängt die Dauer der aktiven Behandlungsphase zunächst einmal von der kieferorthopädischen Behandlungsaufgabe ab. Für den Fall, dass z. B. nur zwei etwas verdrehte Zähne im Frontbereich zu korrigieren sind kann meist ein gutes Behandlungsergebnis bereits in wenigen Monaten erreicht werden. Hingegen ziehen sich kieferorthopädische Behandlungen von umfangreichen Gebisskorrekturen bei vielen Zähnen mindestens ein Jahr, meist jedoch aber auch zwei Jähre oder in Einzelfällen auch länger hin. Allerdings sollten die aktiven Behandlungsphasen von über zwei Jahren auch nur in bestimmten schweren kieferorthopädischen Ausnahmefällen vorkommen.

Aktive Behandlungsphase bei Kindern

Generell sind bei Kindern und Jugendlichen durchschnittliche Behandlungszeiten von ca. 18 Monaten erreichbar, jedoch liegt in Deutschland die durchschnittliche Behandlungszeit oft deutlich höher und beträgt oft zwischen 3 und 4 Jahren, da bei Kindern vielfach mit weniger effektiven herausnehmbaren, losen Zahnspangen gearbeitet wird. Außerdem wird in einigen Fällen auch bereits zu früh im Grundschulalter bei Kindern mit der kieferorthopädischen Behandlung begonnen. Sinnvoll ist zumeist jedoch ein Behandlungsbeginn im Alter von 10 bis 12 Jahren, wenn der Zahnwechsel der Kinder abgeschlossen ist.

Aktive Behandlungsphase bei Erwachsenen

Die durchschnittliche Behandlungszeit für ästhetische Behandlungen der Frontzähne bei Erwachsenen liegt bei ca. 8 Monaten. Jedoch sind auch hier die realen Behandlungszeiten in Deutschland oftmals länger. Hingegen können sehr umfangreiche Korrekturen bei Erwachsenen mit Zahnextraktionen, Bisskorrektur und weiteren komplexen Maßnahmen bei einer realistischen Behandlungsplanung durchaus zwischen 18 und 24 Monaten in Anspruch nehmen.

Retentionsphasen

Nach Abschluss der aktiven Behandlungsphase mit Zahnspangen wird in den meisten Fällen die sogenannte Retentionsphase geplant, die auch je nach Behandlungsart stark variieren kann. Dabei kann diese sogar zu einer lebenslangen Behandlung werden, wenn als Dauerretention ein fester Retainer an der Innenseite der Frontzähne befestigt wird und dann eben dauerhaft getragen wird.

Warum sind möglichst kurze Behandlungszeiten mit einer Zahnspange wichtig ?

Generell sprechen insbesondere zwei Gründe für eine möglichst kurze Behandlungsdauer mit Zahnspangen sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Dabei ist zunächst anzuführen, dass kieferorthopädische Behandlungen immer auch gewisse Risiken für den Zahn und den Patienten mit sich bringen, die insbesondere in Zahnentkalkungen und auch Zahnwurzelschäden liegen können. Hierbei werden diese Risiken durch eine möglichst kurze Behandlungsdauer deutlich minimiert. Zusätzlich sind die meisten kieferorthopädischen Behandlungen mit einer Zahnspange auch Wahleingriffe, die jedoch neben dem erhofften Nutzen auch eine Reihe von Belastungen und Einschränkungen für den Patienten, für Kinder genauso wie für Erwachsene, mit sich bringen. Diese werden ebenfalls durch möglichst kurze Behandlungszeiten minimiert. Grundsätzlich sollte die kieferorthopädische Behandlungsdauer Zahnspange immer auch schon Gegenstand des Beratungsgespräches vor Beginn der Behandlung sein und sie sollte möglichst bereits auf einen Monat genau festgelegt werden.

Abhängig von verschiedenen Faktoren

Generell ist die Dauer einer Behandlung mit Zahnspangen jedoch immer von verschiedenen Faktoren abhängig. Dabei spielen neben der Schwere der Zahnfehlstellung auch die Zahnspangenart und die engagierte Mitarbeit des Patienten eine wichtige Rolle .

Einflussfaktoren auf die Behandlungsdauer Zahnspange

Um in Einzelfall festlegen zu können oder auch nur abschätzen zu können, wie lange eine kieferorthopädische Behandlung mit einer Zahnspange dauern wird, haben wir bereits angeführt, wie stark diese von der Art der zugrundeliegenden Fehlstellung des Zahns oder der Zähne abhängig ist. Daneben spielen jedoch auch die Art der gewählten Zahnspange , eine gute Mitarbeit des Patienten und eine gute Mundhygiene, die regelmässige Wahrnehmung von Kontrollterminen und eine anschießende Retentionsphase eine entscheidende Rolle nicht nur für ein optimales Behandlungsergebnis, sondern auch für die Dauer der kieferorthopädischen Behandlung.

Verschiedene Zahnspangenarten und ihre Auswirkung auf die Behandlungsdauer

Grundsätzlich liegt der Vorteil einer festen Zahnspange mit Brackets zunächst einmal darin, dass sie eben Tag und Nacht getragen wird und deshalb rund um die Uhr an der Korrektur der Zahnfehlstellung arbeiten kann. Dadurch kann sowohl bei Kindern und auch Erwachsenen natürlich die Behandlungszeit oft deutlich verkürzt werden. Jedoch wird hierbei zumeist noch eine Stabilisierungsphase mit einem Retainer notwendig, der eben dann auch über eine gewisse Zeit noch nach Abschluss der Behandlung getragen werden muss, damit sich die Zähne nicht in ihre ursprüngliche Stellung zurückbewegen. Hingegen kommt es bei losen Zahnspangen für die Behandlungsdauer entscheidend auch auf die Disziplin des Patienten an, ob er eben in der Lage ist, die von der Kieferorthopädie vorgeschriebene Tragedauer einzuhalten. Für den Fall, dass ein Patient eben nur die halbe Tragezeit einhält, kann er sich auch schon darauf einrichten, dass sich die gesamte Tragezeit dadurch zumindest verdoppelt. Hierbei sind Kinder oftmals in ihrer Disziplin noch eingeschränkt und vielfach eignet sich die Methode besser für Erwachsene.

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Die zuverlässige Mitarbeit des Patienten

Generell ist die Mitarbeit des Patienten bei einer kieferorthopädischen Behandlung von großer Bedeutung. Um den Behandlungsplan der Kieferorthopädie in der geplanten Zeit umsetzen zu können und auch das gewünschte Behandlungsergebnis zu erreichen in dieser Zeit, muss also der Patient insbesondere bei den losen Zahnspangen ein gewissenhaftes Tragen auch umsetzen. Dabei muss er sich dann auch an die Anweisungen der Kieferorthopädie halten, die sich auch auf die Einstellungen der Spange beziehen können. Besonders, wenn die Zahnspange nicht ausreichend lange getragen wird, kann sich dies sehr ungünstig auf den Behandlungsverlauf auswirken. Hierbei kann sich nicht nur die kieferorthopädische Behandlung verlängern sondern es kann eben auch zu weiteren Komplikationen für Zahn und Gebiss kommen.

Die gewissenhafte Mundhygiene

Insbesondere bei einer festen Zahnspange mit Brackets kommt auch der gründlichen Zahnpflege eine ganz besondere Bedeutung zu. Dabei sollten die Zähne möglichst nach jeder Mahlzeit geputzt werden. Zwar schaden die festen Brackets und auch Bänder dem Zahnschmelz nicht, jedoch lagern sich um diese Apparaturen herum sehr schnell Speisereste und Beläge ab. Hierbei kann dies rund um die Brackets zu einer Entkalkung, Karies oder auch zu Zahnfleischentzündungen führen. Für den Fall, dass es zu solchen Komplikationen kommt, kann durch die Behandlung der Zahnerkrankungen auch in schwereren Fällen eine Verzögerung des Behandlungsfortschritts bei Korrektur der Zahnfehlstellung eintreten. Deshalb ist ein regelmäßiges und vor allen Dingen auch gründliches Reinigen aller Zähne und auch der Zwischenräume von Zahn, Brackets und Zahnspange besonders wichtig, da dies den Zahnerkrankungen effektiv vorbeugen kann. Günstig wirkt es sich zusätzlich aus, auf zucker- und kohlenhydratarme Ernährung zu verzichten während des Tragens einer festen Apparatur mit Brackets.

Wahrnehmung regelmäßiger Kontrolltermine

Grundsätzlich ist für den Erfolg einer kieferorthopädischen Therapie auch eine regelmäßige Kontrolle und Anpassung der Zahnspange wichtig. Nur wenn man als Patient regelmäßig die Kontrolltermine wahrnimmt, kann der kieferorthopädische Behandlungsfortschritt ausreichend beobachtet werden und es können notwendige Anpassungen rechtzeitig gemacht werden. Die regelmäßige Kontrolle des Behandlungsfortschritts und das regelmäßige Neueinstellen der Spange sind ein wichtiger Teil der kieferorthopädischen Therapie. Für den Fall, dass die Termine nicht regelmäßig wahrgenommen werden, kann dies den Behandlungsverlauf, die Dauer, die Kosten und auch den Erfolg der Behandlung beeinträchtigen.

Die langfristige Retentionsphase

Gerade bei der Korrektur von größeren Zahnfehlstellungen ist auch die sogenannte Retentionsphase besonders wichtig, um das erreichte Behandlungsergebnis zu stabilisieren und weitere Zahnbewegungen zu vermeiden. Hierbei wird zumeist nach der aktiven Behandlungsphase eine lose Zahnspange oder auch Zahnschiene zumeist nur nachts getragen. Dadurch können sich die Zähne in ihrer neuen Position festigen. Die Retentionsphase verlängert zwar nochmals die gesamte Behandlungsdauer, bietet jedoch Sicherheit, dass das erzielte Behandlungsergebnis auch dauerhaft erhalten bleibt. Kinder erhalten oft auch eine feste Retentionsschiene, die über einen festsitzenden Bogen an der Innenseite der Vorderzähne befestigt wird. Bei Erwachsenen wird hingegen oft mit losen transparenten Aligner Zahnschienen gearbeitet.

Wie kann ein Zahnarzt oder Kieferorthopäde bei der Behandlungsdauer Zahnspange helfen?

Die Wahl der richtigen Methode zur Behandlung einer Zahnfehlstellung ist zwar einerseits durch die Art der Fehlstellung limitiert, da nicht alle Techniken für alle Zahnprobleme geeignet sind, jedoch bleiben zumeist Spielräume für den Patienten, wobei bei der Auswahl auch die Behandlungsdauer mit der Zahnspange als Kriterium einbeziehen kann. Deshalb ist es für Betroffene besonders wichtig, in einem ersten Aufklärungsgespräch bei dem behandelnden Zahnarzt oder Kieferorthopäden das Für und Wider bestimmter Zahnspangen zu besprechen und dabei auch die Behandlungsdauer im Blick zu haben. Für schnelle und effektive Ergebnisse bei schwereren Zahnfehlstellungen empfehlen sich fast immer feste Zahnspangen für Kinder wie auch Erwachsene, da diese eben rund um die Uhr arbeiten und somit den besten Behandlungserfolg in der kürzesten Zeit leisten können. Für den Fall, dass eben nur kleinere Korrekturen über eine längere Zeit erreicht werden sollen, können eben auch lose Spangen oder sogenannte Aligner Zahnschienen eine gute Arbeit leisten. Bei der Auswahl spielen eben auch die individuellen Präferenzen, die Tagesabläufe und viele andere Faktoren eine Rolle. Lassen Sie sich beraten von einem spezialisierten Zahnarzt oder Kieferorthopäden zur Behandlungsdauer Zahnspange.

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FAQ: Behandlungsdauer Zahnspange

Generell sind bei Kindern und Jugendlichen durchschnittliche Behandlungszeiten von ca. 18 Monaten erreichbar, jedoch liegt in Deutschland die durchschnittliche Behandlungszeit oft deutlich höher und beträgt oft zwischen 3 und 4 Jahren, da bei Kindern vielfach mit weniger effektiven herausnehmbaren, losen Zahnspangen gearbeitet wird.
Sehr umfangreiche Korrekturen können bei Erwachsenen mit Zahnextraktionen, Bisskorrektur und weiteren komplexen Maßnahmen bei einer realistischen Behandlungsplanung durchaus zwischen 18 und 24 Monaten in Anspruch nehmen.
Neben der Art der Zahnfehlstellung sind auch die Zahnspangenart, die Mitarbeit des Patienten, die Mundhygiene , die Wahrnehmung von Kontrollterminen sowie die Retentionsphase wichtig für die Behandlungsdauer Zahnspange.
Ein Beitrag unserer Online-Redaktion
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