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Zahnspange bei Kindern – Ursachen, Behandlungsmethoden & Kosten

Auch bei Kindern können sich schon früh Zahnfehlstellungen zeigen, die behandelt werden sollten. Dabei wissen jedoch viele Eltern nicht, wann der beste Zeitpunkt für einen Besuch beim Kieferorthopäden ist. Auch besteht meist viel Unsicherheit darüber, ob eine Zahnspange bei Milchzähne bereits sinnvoll ist. In diesem Beitrag wollen wir Ihnen darstellen, wann eine Zahnspange bei Kindern sinnvoll ist, ab welchem Alter eine kieferorthopädische Behandlung begonnen werden kann und mit welchen Kosten hierbei zu rechnen ist.

Inhaltsverzeichnis

Wann ist eine Zahnspange bei Kindern sinnvoll?

Es sind meistens die Eltern, denen eine Fehlstellung der Zähne bei ihren Kindern auffallen, jedoch sind sie oftmals unsicher, ob auch in einem sehr jungen Alter schon eine kieferorthopädische Behandlung sinnvoll ist. Hierbei gilt generell die Devise, dass es keine zu frühen Zeitpunkt gibt, um eine kieferorthopädische Kontrolluntersuchung beim Kind machen zu lassen. Dies erklärt sich dadurch, dass kleine Zahnfehlstellungen oftmals schon mit sehr einfachen Mitteln behoben werden können und die Behandlung oft auch gar keiner Zahnspange bedarf. 

Je früher Zahn- oder auch Kieferfehlstellungen erkannt und behandelt werden, desto einfacher, schneller und auch unkomplizierter kann die Behandlung sein. Deshalb macht es durchaus Sinn, Kinder in einem Alter von ca. 5 bis 9 Jahren ein erstes Mal bei einem Kieferorthopäden untersuchen zu lassen. Es existieren eine Reihe von Zahnfehlstellungen, bei denen ein sehr früher Behandlungsbeginn immer sinnvoll ist. Dies sind insbesondere:

  • Der frontal offene Biss, bei dem sich die Zähne von Ober- und Unterkiefer nicht berühren.
  • Der traumatische Tiefbiss, bei dem sich der Betroffene mit den unteren Schneidezähnen in den Gaumen beisst.
  • Eine große Frontzahnstufe bzw. ein Überbiss, bei dem die oberen Frontzähne sehr weit vorne stehen.
  • Die umgekehrte Frontzahnstufe bzw. der umgekehrte Überbiss, bei dem die unteren Frontzähne vor den oberen Frontzähnen stehen.
  • Der frontale oder seitliche Kreuzbiss, bei dem die Zähne des Oberkiefers an den Zähnen des Unterkiefers vorbei greifen.
  • Der verfrühte Verlust von Milchzähnen, der z. B. durch Karies verursacht wird und dazu führt, dass bleibende Zähne an den falschen Stellen durchbrechen.
  • Lippen oder Kiefer-Gaumenspalten und andere Fehlbildungen
  • Zahnfehlstellungen, die in anderen Allgemeinerkrankungen begründet sind.

Wie kann man Zahnfehlstellungen bei Kindern vorbeugen ?

Einige ausgeprägte Zahn- und Kieferfehlstellungen kann man nicht vermeiden, jedoch gibt es durchaus Möglichkeiten, anderen Fehlstellungen vorzubeugen. Hierbei handelt es sich um schädliche Angewohnheiten, die Fehlstellungen bedingen können und die man, wenn man sie frühzeitig erkennt, abstellen kann. Hierzu gehören in erster Linie ein intensives Daumenlutschen oder Nuckeln an Flasche oder Schnuller über das 3. Lebensjahr hinaus. Aber auch Wangensaugen, Lippeneinlagerungen und Lippenbeißen sowie eine übermäßige Mundatmung können zu Fehlstellungen und Fehlentwicklungen führen.

Hierbei kann ein frühes Training zum Abgewöhnen dieser Verhaltensweisen oftmals schon nach kurzer Zeit zu einem deutlicheren Sprechen, einer besseren Kaufunktion, einer Schonung der Kiefergelenke, Verbesserung der Atmung und auch einem Vorbeugen von Wirbelsäulenproblemen führen. Diese Angewohnheiten können oft schon durch einfache kieferorthopädische Behandlung bei Kindern behoben werden. Dadurch lassen sich größere Fehlstellungen und Spätschäden vermeiden.

Mehr zum Thema: Ab wann Zahnspange bei Kindern

Die Frühbehandlung durch eine Zahnspange bei Kindern

Für den Fall, dass eine der oben genannten Fehlentwicklungen auf ein Kind zutrifft, kann diese zumeist mit einer Frühbehandlung mittels einer losen Zahnspange bei Kindern behoben werden. Hierbei ist es allerdings wichtig, dass das Kind bereits die ersten großen, bleibenden Backenzähne besitzt und die Milchzähne im Frontbereich des Ober- und Unterkiefers entweder ausgefallen sind oder zumindest schon wackeln in der ersten Wechselgebiss-Phase. Dies ist bei den meisten Kindern ungefähr ab dem sechsten Lebensjahr der Fall.

Deshalb ist auch eine noch frühere aktive Behandlung meist nicht empfehlenswert, da Zahnspangen für Kinder an den kurzen Kronen von Milchzähnen nur schwer befestigt werden können und deshalb auch immer wieder aus dem Mund herausfallen können. Grundsätzlich kann man sagen, dass eine Frühbehandlung immer dann Sinn macht, wenn eine spätere Behandlung Komplikationen mit sich bringen würde oder auch eine Nichtbehandlung das Ober- oder Unterkieferwachstum hemmen könnte. Die Frühbehandlung durch eine Zahnspange bei Kindern ist in der Regel auf sechs Quartale begrenzt. Sie dient dazu, die größten Zahnfehlstellungen zu beseitigen und die Hauptprobleme zu beheben. Meist schließt sich jedoch eine Hauptbehandlung an mit einer festen Zahnspange bei Kindern.

Besondere Vorteile einer Frühbehandlung durch eine Zahnspange bei Kindern

Bei Kindern kann die Wachstumsphase der Kieferknochen gezielt für eine Behandlung von Fehlstellungen genutzt werden. Hierbei lässt sich z. B. gezielt ein Kieferwachstum fördern oder auch hemmen. Außerdem sind gerade im Backenzahnbereich die Milchzähne größer und voluminöser als die bleibenden Zähne. Deshalb lassen sich im Wechselgebiss dann diese natürlich vorkommenden Platzreserven nutzen, um z. B. Engstände der Zähne durch eine kieferorthopädische Behandlung bei Kindern auslösen zu können. Ferner können sich Kieferfehlstellungen auch im Alter verstärken. Durch eine rechtzeitige kieferorthopädische Behandlung bei Kindern lassen sich deshalb komplizierte Verläufe vermeiden.

Folgen nicht erfolgter Behandlung

Für den Fall, dass Fehlbisse bei Kindern unbehandelt bleiben, kann dies auch schon in jungen Jahren zu Kiefergelenkproblemen führen. Durch eine frühe Vermessung und kieferorthopädische Behandlung bei Kindern kann man eben auch Kiefergelenksproblemen vorbeugen.

Zahnspangen für Kinder – welche Möglichkeiten gibt es ?

Grundsätzlich lässt sich bei den Zahnspangen für Kinder zwischen drei verschiedenen Grundtypen unterscheiden. Hierbei handelt es sich einerseits um lose Zahnspangen für Kinder die als passive funktionskieferorthopädische Geräte auch schon als Zahnspange bei Milchzähnen eingesetzt werden können sowie aktive Geräte, die die Zähne korrigieren. Ferner können auch feste Zahnspangen für Kinder bei einem beginnenden Wechselgebiss eingesetzt werden, die in vielen Varianten mit unterschiedlichen Brackets ( Metal, Keramik etc.) und Bögen erhältlich sind. Relativ neu noch sind auch transparente Aligner Zahnschienen, die herausnehmbar sind und in bestimmten Ausführungen auch als Zahnspange bei Kindern eingesetzt werden können.

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Lose Zahnspangen bei Kindern

Bei den losen Zahnspangen bei Kindern bieten sich oftmals bereits als Zahnspange bei Milchzähnen sogenannte passive Geräte an (FKO Geräte) die keine aktiven Platten besitzen und lose im Mund liegen. Diese nutzen die natürlichen Kräfte der Mund- und Kaumuskulatur um das natürliche Wachstum der Kiefer zu fördern oder auch zu hemmen. Hierdurch soll eine optimale Stellung der Kiefer zueinander erzielt werden. Diese sogenannten kieferorthopädischen Funktionsgeräte müssen allerdings bis zu 22 Stunden am Tag getragen werden, um eine entsprechende Wirkung entfalten zu können. Zu den bekannten passiven FKO Geräten gehören z. B. der Aktivator, der Bionator, Funktionsregler oder auch die Vorschubplatte.

Hingegen besitzen die aktiven Geräte als Zahnspange bei Kindern eben auch aktive Elemente, die es möglich machen, den Kieferknochen zu dehnen oder auch ganze Zahngruppen zu bewegen. Hierbei werden jedoch nur die sichtbaren Teile der Zähne bewegt und es findet keine Bewegung der Zahnwurzeln statt. Generell eigen sich aktive Geräte besonders dazu, Engstände zu beseitigen und im Kiefer platz zu schaffen.

Auch die neuen Aligner Zahnschienen können mittlerweile als Zahnspange bei Kindern eingesetzt werden. Hierbei handelt es sich um herausnehmbare, transparente Zahnschienen, die eine praktisch unauffällige Zahnkorrektur möglich machen. Hierbei werden verschiedene Schienenpaare nacheinander eingesetzt, die jeweils eine bestimmte Zahnbewegung eingearbeitet haben. Allerdings müssen auch diese Zahnschienen als Zahnspange bei Kindern mindestens 20 Stunden am Tag getragen werden, um das gewünschte Ergebnis erzielen zu können. Sie sind jedoch für jedes Alter geeignet und können fast alle Zahnfehlstellungen behandeln, wenn diese nicht zu stark ausgeprägt sind.

Feste Zahnspangen bei Kindern

Feste Zahnspangen bei Kindern sind in der Kieferorthopädie mit die häufigste angewendete Methode, da sie besonders effektiv sind. Sie sind jedoch nicht als Zahnspange bei Milchzähnen geeignet. Sie ermöglichen sehr präzise Zahnbewegungen sowohl des Zahnes selbst als auch seiner Wurzel und sie arbeiten 24 Stunden am Tag, da sie nicht herausgenommen werden können. Hierbei können sowohl klassische Brackets zur Anwendung kommen, die auf die Zähne aufgeklebt werden und mit Hilfsmitteln, wie z. B. Gummiringe dann einen Bogen durch die Zahnreihe führen. Mit Ihnen können praktisch alle Zahnfehlstellungen effektiv korrigiert werden und sie Behandlung nach der klassischen Methode ist auch im Leistungskatalog der Krankenkassen inbegriffen.

Ferner ist auch der Einsatz von selbstligierenden Brackets möglich, bei denen der Drahtbogen durch einen Klappmechanismus an den Brackets befestigt wird. Dies beschert den Patienten ein besseres Tragegefühl und die Bogen können auch sehr einfach ausgetauscht werden. Generell ermöglichen sie eine schnellere und auch schonendere Korrektur durch eine geringere Reibung zwischen den Drahtbögen und den Brackets. Sie sind auch bei nahezu allen Korrekturen einsetzbar als Zahnspange bei Kindern und sind für jedes Alter geeignet, wenn das Wechselgebiss bereits vorhanden ist.

Eine besondere Form der festen Zahnspange bei Kindern stellen die innenliegenden Brackets dar, die man auch Lingualspange nennt. Hierbei werden die Brackets individuell angefertigt und auf den Innenseiten der Zähne angebracht. Diese Zahnspange bei Kindern ist deshalb unsichtbar von außen und deshalb auch ästhetisch besonders ansprechend. Allerdings kann hierbei zumindest zu Beginn der Behandlung eine Reizung der Zunge vorkommen und es können sich auch vorübergehende Sprachprobleme einstellen. Die Ligualtechnik ermöglicht ebenfalls die Behandlung fast aller Fehlstellungen, sie wird jedoch nicht von den Krankenkassen getragen und ist deutlich teurer als eine herkömmliche feste Zahnspange bei Kindern.

Die Kosten der Zahnspange bei Kindern

Generell hängen die Kosten für eine Zahnspange bei Kindern von verschiedenen Faktoren ab und kann immer nur im individuellen Fall geklärt werden. Hierbei spielen sowohl die Behandlungsmethode, die Ausprägung der Fehlstellung, die Dauer der Behandlung und natürlich auch der Umstand eine Rolle, ob diese von der Krankenkasse übernommen werden.

Gesetzliche Krankenkasse und die Zahnspange bei Kindern

Grundsätzlich wird bei Kindern und auch Jugendlichen bis zum Abschluss des 17. Lebensjahres eine KIG- Einstufung durchgeführt. Hierbei handelt es sich um die Bestimmung einer kieferorthopädischen Indikations-Gruppe, bei der die Zahn- und Kieferfehlstellung genau ausgemessen wird und dann einem bestimmten Schweregrad zugeordnet wird.

Für den Fall, dass die Fehlstellung in die Stufe 3-5 fällt, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten eine Zahnspange bei Kindern. Jedoch werden dabei von den gesetzlichen Krankenkassen nur die Kosten einer Basisbehandlung bezahlt. Hierbei werden z. B. bei einer festen Zahnspange bei Kindern nur die Kosten für die konventionellen Metallbrackets übernommen. Falls hingegen komfortablere oder auch ästhetischere Methoden ausgewählt werden, müssen die Zusatzkosten von den Eltern getragen werden. Dabei können sich die zusätzlichen Kosten für verschiedene zusätzlichen Leistungen je nach Auswahl auf mindestens 500 Euro bis 1.350 Euro belaufen.

Außerdem tragen die gesetzlichen Krankenkassen auch nur zunächst 80% der Behandlungskosten; die verbleibenden 20% der Kosten werden erst nach einem erfolgreichem Behandlungsabschluss zurück erstattet. Für den Fall, dass die Fehlstellung bei einem Kind in die Stufe 1-2 der KIG-Einstufung eingeordnet wird, sind bei den gesetzlichen Krankenkassen keine Kassenleistungen vorgesehen. In diesem Fall muss eine Behandlung durch eine Zahnspange bei Kindern immer von den Eltern privat bezahlt werden. Dabei können je nach Behandlungsmethode und individueller Zahn- und Kieferfehlstellung Kosten zwischen 3.500 Euro und 5.000 Euro entstehen.

KIG-EinstufungBsp. Diagnose (Liste unvollständig)Notwendigkeit der Behandlung
1 leichte FehlstellungÜberbiss bis 3 mm tiefer Biss 1-3 mmnicht notwendig, rein ästhetisch
2 mittlere FehlstellungÜberbiss 3-6 mm Deckbiss bis 3 mmteilweise medizinisch notwendig
3 deutliche FehlstellungDeckbiss bis 3 mm + Schleimhautverletzungnotwendig
4 ausgeprägte, starke FehlstellungÜberbiss 6-9 mm einseitiger Kreuzbissdringend notwendig
5 sehr starke FehlstellungVerlagerung von Zähnenunumgänglich

Wie kann ein Kieferorthopäde zum Thema Zahnspange bei Kindern helfen ?

Grundsätzlich bietet es ich immer an, bereits früh einen Termin bei einem Kieferorthopäden zu vereinbaren, wenn man bei Kindern eine Fehlstellung von Zähnen oder Kiefer feststellt oder vermutet. Dabei kann ein erfahrener Kieferorthopäde schon früh feststellen, ob und welche Fehlstellung im individuellen Fall vorliegt und geeignete Maßnahmen für eine Therapie vorschlagen. Außerdem wird er natürlich auch umfangreich zu Zahnspangen bei Kindern beraten und ggf. prüfen, ob auch schon eine Zahnspange bei Milchzähnen im konkreten Fall sinnvoll ist.

Generell ermöglicht die kieferorthopädische Behandlung bei Kindern ein großes Spektrum an Möglichkeiten, bereits früh und auch oft einfach Fehlstellungen zu beheben, die bei einer späteren Behandlung sehr viel aufwändiger wären. Zusätzlich wird ein erfahrener Kieferorthopäde natürlich auch alle möglichen Behandlungsalternativen erklären und dabei auch auf die Kostenaspekte und die Übernahme der Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen hinweisen. Lassen Sie sich beraten von einem erfahrenen Kieferorthopäden zum Thema Zahnspange bei Kindern.

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FAQ: Zahnspange bei Kindern

Je nach Art der Zahnspange betragen die Kosten: Festsitzende Zahnspange: Die Kosten reichen hier von 1.500 Euro bis 15.000 Euro. Für eine lose Zahnspange beginnen die Kosten ab 600 Euro. Retainer kosten 300 Euro und mehr.
Generell kommen herausnehmbare Spangen vor allem bei leichteren Eingriffen und bei Kindern mit Milchgebiss und frühem Wechselgebiss zum Einsatz. „Nichtfestsitzende Spangen bei Kindern, die noch nicht die zweiten Zähne haben, werden immer seltener. Generell geht die Tendenz deutlich in Richtung festsitzender Spangen.
Falls eine Zahnspange nötig ist, wird in der Regel ab dem 10. Lebensjahr damit begonnen. Entscheidender als das Alter des Kindes ist aber die individuelle Zahnentwicklung und die Zahnstellung.
Ein Beitrag unserer Online-Redaktion
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